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75: Moderne Diktatur? Lucia Filipova über Inszenierungen von Kinderstars in der franquistischen Gesellschaft

75: Moderne Diktatur? Lucia Filipova über Inszenierungen von Kinderstars in der franquistischen Gesellschaft

30m 50s

Spanien entwirft sich in den 1960er Jahren im Zuge von wirtschaftlichem Aufschwung und touristischer Öffnung als modernes Land neu. Gerade die mediale Selbstdarstellung in Fernsehen und Radio spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Dr. Lucia Filipova, Absolventin der Universität Wien, hat in ihrem PhD-Projekt an der Princeton University erforscht, welche Rolle Kinderstars wie Marisol für den Entwurf des neuen Spanienbilds spielen, behandelt deren öffentliche Auftritte als kulturelles Handeln an der Schnittstelle von propagandistischen, wirtschaftlichen und populärkulturellen Interessen, und illustriert die diskursive Verflechtung von Vorstellungen von Gesellschaft und Kindheit.

Interview: Teresa Hiergeist

74: Diálogos entre poesía y cine. Néstor Espitia sobre la voz poética de Helí Ramírez en el cine de Victor Gaviria

74: Diálogos entre poesía y cine. Néstor Espitia sobre la voz poética de Helí Ramírez en el cine de Victor Gaviria

29m 16s

En este episodio Néstor Espitia nos habla de las conexiones profundas entre la poesía marginal de Helí Ramírez y el cine social de Víctor Gaviria. Mediante una lectura intertextual e intermedial, se analiza cómo la sensibilidad poética de Ramírez dejó una huella decisiva en la estética, los temas y la mirada cinematográfica de Gaviria, marcando el origen de uno de los proyectos más influyentes del cine colombiano.

Interview: Judith Wimmer

73: Der Staat im Kleinen. Teresa Hiergeist über Imaginationen von Schule als Gesellschaftsutopie um 1900

73: Der Staat im Kleinen. Teresa Hiergeist über Imaginationen von Schule als Gesellschaftsutopie um 1900

29m 41s

Um 1900 hat das Sprechen über die adäquate Bildung der Kinder in Frankreich und Spanien Konjunktur. Dieses diskursive Interesse an der Schule ist – egal, von welchem Standpunkt aus es formuliert ist – konsequent an Reflexionen über die ideale Verfasstheit von Gesellschaft und staatlicher Organisation geknüpft. Alles, was mit dieser zusammenhängt, ist mithin eine hochgradig politische Angelegenheit, welche die öffentliche Aufmerksamkeit in Zeiten moderner Ausdifferenzierung und Destabilisierung in besonderer Weise zu bündeln vermag. Teresa Hiergeist, Professorin für französische und spanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Wien, rekonstruiert Machtkämpfe und identitäre Verhandlungen, die in faktualen und fiktionalen Texten über Schule...

72: Geld oder politisches Anliegen? Johanna Hager über feministische Handlungsmacht in La otra mirada

72: Geld oder politisches Anliegen? Johanna Hager über feministische Handlungsmacht in La otra mirada

19m 58s

Feminismus ist mittlerweile nicht nur eine gesellschaftliche Protestbewegung, er ist im Mainstream angekommen und insofern auch ein Verkaufsargument geworden. Dementsprechend sind auch in Spanien in den letzten Jahren einige Filme und Serien entstanden, die feministische Kernthemen in den Fokus rücken und bei denen es schwierig ist zu unterscheiden, ob sie feministische Anliegen verfolgen oder einem Modetrend folgen und insofern femwashing betreiben. Johanna Hager (M.Ed. Englisch/ Spanisch) hat sich diese komplexe Frage für die zeitgenössische spanische Fernsehserie La otra mirada in ihrer Masterarbeit gestellt und gibt Einblicke in die Ergebnisse.

Interview: Teresa Hiergeist

71: Lea Marie Weber über (Jüdisch-) Mystische Elemente im lyrischen Œuvre von Alejandra Pizarnik

71: Lea Marie Weber über (Jüdisch-) Mystische Elemente im lyrischen Œuvre von Alejandra Pizarnik

29m 58s

Die argentinische Dichterin Alejandra Pizarnik (1936–1972) gilt als eine der außergewöhnlichsten literarischen Stimmen des lateinamerikanischen 20. Jahrhunderts. Insbesondere ihr lyrisches Werk zeichnet sich durch eine beeindruckende poetologische Tiefe aus, die zwischen dem Sagbaren und Unsagbaren sowie zwischen Immanenz und Transzendenz oszilliert. Im Rahmen ihres Promotionsprojekts untersucht Lea Marie Weber die Verbindungen und Parallelen zwischen Pizarniks Dichtung und (jüdisch-)mystischen Paradigmen und schließt damit eine bisher wenig beachtete Forschungslücke im deutschsprachigen Raum.

Interview: Judith Wimmer

70: Imperialismus für Kinder. Anna Gatterer über kolonialistische Diskurse in der Jugendliteratur um 1900

70: Imperialismus für Kinder. Anna Gatterer über kolonialistische Diskurse in der Jugendliteratur um 1900

23m 24s

Kolonialistische Narrative durchziehen den politischen Alltag Frankreichs nach wie vor und stellen das gesellschaftliche Miteinander in globalisierten Migrationsgesellschaften vor große Herausforderungen. Anna Gatterer von der Universität Wien nimmt in ihrer Masterarbeit zwei Jugendbücher aus dem Zeitraum um 1900 unter die Lupe - Perlette (1887) von Jeanne Cazin und Les Robinsons de la Guyane (1882) von Louis Boussenard. Sie reflektiert mit Hilfe postkolonialer Theorieelemente systematisch und kritisch reflektiert, wie sich Abenteuer, Phantasie und Spiel systematisch mit einem Diskurs der binären Oppositionen, Abwertungen und Alterisierungen verweben.

Interview: Teresa Hiergeist

69: Ravages réparé. Alexandre Antolin sur la censure et la réédition de Ravages de Violette Leduc

69: Ravages réparé. Alexandre Antolin sur la censure et la réédition de Ravages de Violette Leduc

35m 46s

En 2023, une injustice a enfin été réparée: paru en 1955 sous une forme censurée, le roman de Violette Leduc, Ravages, est enfin disponible dans une version « réparée », la plus proche possible de ce que Violette Leduc avait écrit avant que les éditions Gallimard ne censurent des parties du manuscrit relatives au lesbianisme, aux violences sexuelles, et à l’avortement.
Alexandre Antolin, docteur en littérature et en histoire du genre, nous explique les ressorts de la censure, nous parle de l’écriture réaliste de Violette Leduc, et aborde son héritage dans la littérature lesbienne contemporaine en France.
Interview: Alex Lachkar...

68: Notre petite feuille sera simplement ‚amusante‘. Carina Ehrnsperger über Lagerzeitungen französischer Kriegsgefanger

68: Notre petite feuille sera simplement ‚amusante‘. Carina Ehrnsperger über Lagerzeitungen französischer Kriegsgefanger

26m 54s

In dieser Folge spricht Carina Ehrnsperger, Doktorandin an der Universität Regensburg, über Lagerzeitungen von französischen Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg. Sie erklärt uns, wie diese Zeitungen entstanden sind, was sie ausmachte und was wir aus diesen historischen und literarischen Dokumenten auch heute noch lernen können.

Interview: Flori Haack

67: Wetterphänomene im lateinamerikanischen Roman. Tashina Nicolin über den Hurrikan in Asturias Triología Bananera

67: Wetterphänomene im lateinamerikanischen Roman. Tashina Nicolin über den Hurrikan in Asturias Triología Bananera

30m 7s

Die triología bananera von Miguel Ángel Asturias wurde bislang vorrangig im Zusammenhang mit der sogenannten novela bananera und deren antiimperialistischen und antikapitalistischen Erzählungen gelesen. Doch das Werk des guatemaltekischen Autors ist auch tief in den Kontext von Natur und Mythologie eingeschrieben. Tashina Nicolin verweist auf einen ökokritischen Ansatz und analysiert Asturias’ Werk aus einer neuen Perspektive, indem sie ein spezifisches meteorologisches Phänomen – den Hurrikan – näher beleuchtet. Diese Analyse ist Teil ihres Promotionsprojekts an der Universität Innsbruck, wo Tashina zur Darstellung von Wetter- und Klimaphänomenen im lateinamerikanischen Roman und deren Beziehung zu uns Menschen forscht.
Interview : Judith Wimmer

66: Ein dunkler Brunnen. Melanie Heiland über weibliche Diktaturerfahrung in lateinamerikanischen Erzähltexten

66: Ein dunkler Brunnen. Melanie Heiland über weibliche Diktaturerfahrung in lateinamerikanischen Erzähltexten

35m 23s

Allein durch das bekannte Genre der novela del dictador, zeigt sich, dass literarische Texte, die sich mit Diktatur auseinandersetzen, keine Seltenheit im lateinamerikanischen Raum sind. Weniger bekannt ist, dass auch viele Autorinnen sich an den literarischen Aufarbeitungsversuchen beteiligt haben. Häufig werden in diesen Texten nicht nur die diktatorischen Regierungssysteme, sondern auch die daran gekoppelten patriarchalen Strukturen kritisiert. Melanie Heiland, prae doc an der Universität Wien, widmet sich in ihrer Dissertation dieser Thematik und erzählt uns, wie Literatur, Identität und Gedächtnis miteinander verstrickt sind und welches feministische Potenzial den Texten innewohnt.

Interview: Stefanie Mayer