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71: Lea Marie Weber über (Jüdisch-) Mystische Elemente im lyrischen Œuvre von Alejandra Pizarnik

71: Lea Marie Weber über (Jüdisch-) Mystische Elemente im lyrischen Œuvre von Alejandra Pizarnik

29m 58s

Die argentinische Dichterin Alejandra Pizarnik (1936–1972) gilt als eine der außergewöhnlichsten literarischen Stimmen des lateinamerikanischen 20. Jahrhunderts. Insbesondere ihr lyrisches Werk zeichnet sich durch eine beeindruckende poetologische Tiefe aus, die zwischen dem Sagbaren und Unsagbaren sowie zwischen Immanenz und Transzendenz oszilliert. Im Rahmen ihres Promotionsprojekts untersucht Lea Marie Weber die Verbindungen und Parallelen zwischen Pizarniks Dichtung und (jüdisch-)mystischen Paradigmen und schließt damit eine bisher wenig beachtete Forschungslücke im deutschsprachigen Raum.

Interview: Judith Wimmer

70: Imperialismus für Kinder. Anna Gatterer über kolonialistische Diskurse in der Jugendliteratur um 1900

70: Imperialismus für Kinder. Anna Gatterer über kolonialistische Diskurse in der Jugendliteratur um 1900

23m 24s

Kolonialistische Narrative durchziehen den politischen Alltag Frankreichs nach wie vor und stellen das gesellschaftliche Miteinander in globalisierten Migrationsgesellschaften vor große Herausforderungen. Anna Gatterer von der Universität Wien nimmt in ihrer Masterarbeit zwei Jugendbücher aus dem Zeitraum um 1900 unter die Lupe - Perlette (1887) von Jeanne Cazin und Les Robinsons de la Guyane (1882) von Louis Boussenard. Sie reflektiert mit Hilfe postkolonialer Theorieelemente systematisch und kritisch reflektiert, wie sich Abenteuer, Phantasie und Spiel systematisch mit einem Diskurs der binären Oppositionen, Abwertungen und Alterisierungen verweben.

Interview: Teresa Hiergeist

69: Ravages réparé. Alexandre Antolin sur la censure et la réédition de Ravages de Violette Leduc

69: Ravages réparé. Alexandre Antolin sur la censure et la réédition de Ravages de Violette Leduc

35m 46s

En 2023, une injustice a enfin été réparée: paru en 1955 sous une forme censurée, le roman de Violette Leduc, Ravages, est enfin disponible dans une version « réparée », la plus proche possible de ce que Violette Leduc avait écrit avant que les éditions Gallimard ne censurent des parties du manuscrit relatives au lesbianisme, aux violences sexuelles, et à l’avortement.
Alexandre Antolin, docteur en littérature et en histoire du genre, nous explique les ressorts de la censure, nous parle de l’écriture réaliste de Violette Leduc, et aborde son héritage dans la littérature lesbienne contemporaine en France.
Interview: Alex Lachkar...

68: Notre petite feuille sera simplement ‚amusante‘. Carina Ehrnsperger über Lagerzeitungen französischer Kriegsgefanger

68: Notre petite feuille sera simplement ‚amusante‘. Carina Ehrnsperger über Lagerzeitungen französischer Kriegsgefanger

26m 54s

In dieser Folge spricht Carina Ehrnsperger, Doktorandin an der Universität Regensburg, über Lagerzeitungen von französischen Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg. Sie erklärt uns, wie diese Zeitungen entstanden sind, was sie ausmachte und was wir aus diesen historischen und literarischen Dokumenten auch heute noch lernen können.

Interview: Flori Haack

67: Wetterphänomene im lateinamerikanischen Roman. Tashina Nicolin über den Hurrikan in Asturias Triología Bananera

67: Wetterphänomene im lateinamerikanischen Roman. Tashina Nicolin über den Hurrikan in Asturias Triología Bananera

30m 7s

Die triología bananera von Miguel Ángel Asturias wurde bislang vorrangig im Zusammenhang mit der sogenannten novela bananera und deren antiimperialistischen und antikapitalistischen Erzählungen gelesen. Doch das Werk des guatemaltekischen Autors ist auch tief in den Kontext von Natur und Mythologie eingeschrieben. Tashina Nicolin verweist auf einen ökokritischen Ansatz und analysiert Asturias’ Werk aus einer neuen Perspektive, indem sie ein spezifisches meteorologisches Phänomen – den Hurrikan – näher beleuchtet. Diese Analyse ist Teil ihres Promotionsprojekts an der Universität Innsbruck, wo Tashina zur Darstellung von Wetter- und Klimaphänomenen im lateinamerikanischen Roman und deren Beziehung zu uns Menschen forscht.
Interview : Judith Wimmer

66: Ein dunkler Brunnen. Melanie Heiland über weibliche Diktaturerfahrung in lateinamerikanischen Erzähltexten

66: Ein dunkler Brunnen. Melanie Heiland über weibliche Diktaturerfahrung in lateinamerikanischen Erzähltexten

35m 23s

Allein durch das bekannte Genre der novela del dictador, zeigt sich, dass literarische Texte, die sich mit Diktatur auseinandersetzen, keine Seltenheit im lateinamerikanischen Raum sind. Weniger bekannt ist, dass auch viele Autorinnen sich an den literarischen Aufarbeitungsversuchen beteiligt haben. Häufig werden in diesen Texten nicht nur die diktatorischen Regierungssysteme, sondern auch die daran gekoppelten patriarchalen Strukturen kritisiert. Melanie Heiland, prae doc an der Universität Wien, widmet sich in ihrer Dissertation dieser Thematik und erzählt uns, wie Literatur, Identität und Gedächtnis miteinander verstrickt sind und welches feministische Potenzial den Texten innewohnt.

Interview: Stefanie Mayer

65: Welch Schauspiel! Isabelle Wimmer über Goethe auf der französischen Opernbühne

65: Welch Schauspiel! Isabelle Wimmer über Goethe auf der französischen Opernbühne

32m 18s

Im 19. Jahrhundert bildet sich im Zuge einer romantischen Bewunderung für Deutschland in der Musiktheaterbranche ein Goethe-Trend heraus, der bald eigene Motive, Ästhetiken und Publikumserwartungen generiert. Dr. Isabelle Wimmer hat diese Inszenierungen genauer in den Blick genommen und dabei untersucht, welche Spuren der Kultur- und Medientransfer in ihnen hinterlässt und welchen kulturellen Ort sie in der modernen urbanen Unterhaltungsindustrie besitzen.

Interview: Teresa Hiergeist

64: Wahre Wunder. Rogier Gerrits über Wunderberichte, Medien und Glaubwürdigkeit

64: Wahre Wunder. Rogier Gerrits über Wunderberichte, Medien und Glaubwürdigkeit

38m 24s

Wunder sind im religiösen Kontext als göttliche Eingriffe zu verstehen. Doch was macht das Wunder zum Wunder und wie berichtet man über ein solches? Rogier Gerrits, Mitarbeiter der Forschungsgruppe „Geistliche Intermedialität in der Frühen Neuzeit“ an der Universität Hamburg, erzählt uns, warum das Wunder als Medium angesehen werden kann, welche Funktion Berichte über Wunder im Frankreich der frühen Neuzeit hatten und wie sie gestaltet werden mussten, um als solche anerkannt zu werden.

Interview: Stefanie Mayer

63: Ein weiblicher Blick auf Flucht und Migration. Melanie Tissot über Atlantique von Mati Diop (2019)

63: Ein weiblicher Blick auf Flucht und Migration. Melanie Tissot über Atlantique von Mati Diop (2019)

14m 14s

Wie wird das Thema der Flucht und Migration in Mati Diops Film Atlantique (2019) verhandelt? Dieser Frage stellt sich Melanie Tissot, Doktorandin an der Universität Mannheim, in dieser Folge Fabulari. Diop verarbeitet das Thema Flucht, welches oft aus einer männlich geprägten Perspektive betrachtet wird, in Atlantique auf besondere Weise und greift dabei auch auf fantastische Elemente zurück. Welche Rolle dabei Konzepte wie der female und oppositional gaze, die Situierung des Films in Dakar und die Darstellung weiblicher Sexualität spielen, erklärt Melanie Tissot im Interview mit Flori Haack.

62: 2666 quantitativ. Robert Hesselbach über Synergien von Linguistik und Literaturwissenschaft

62: 2666 quantitativ. Robert Hesselbach über Synergien von Linguistik und Literaturwissenschaft

25m 11s

Computergestützte Verfahren haben in den vergangenen Jahren Analysemöglichkeiten für literarische Texte eröffnet, die hermeneutische Zugänge zu untermauern oder erweitern vermögen. Dr. Robert Hesselbach, akademischer Rat für Sprachwissenschaften an der FAU Erlangen-Nürnberg, hat zusammen mit Ulrike Henny-Krahmer (Universität Rostock) Roberto Bolaños 2666 (2004) nach allen Regeln der digitalen Kunst zerstückelt und stilometrisch unter die Lupe genommen. Er berichtet anhand dieses Beispiels über den Mehrwert quantitativer Zugänge zur Literatur und spricht darüber, wie befruchtend es sein kann, wenn Linguistik und Literaturwissenschaft auch in Zeiten wissenschaftlicher Ausdifferenzierung den Fokus auf ihre gemeinsamen Ziele nicht verlieren.

Interview: Teresa Hiergeist