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45: Quee.irrlicht. Stefan Lessmann über Muñoz' Queer Futurity und das Leben in Symbolwelten bei Fogo-Fátuo (2022)

45: Quee.irrlicht. Stefan Lessmann über Muñoz' Queer Futurity und das Leben in Symbolwelten bei Fogo-Fátuo (2022)

21m 40s

Queerness, in seiner Vielfalt an Begehren und Körperlichkeit, ist auf theoretischer Ebene mit einer normativen Erwartungshaltung konfrontiert, der eigene sexuelle Wünsche und Vorstellungen in Sprache und Bild entgegengesetzt werden. In diesem Sinne widmet sich José Esteban Muñoz in seinem Cruising Utopia: The Then and There of Queer Futurity (2009) der Frage nach dem gestaltenden Potential von Utopien und der queeren Zeitlichkeit. Wie in Muñoz Theorie sind auch im Film Fogo-Fátuo (2022) des Regisseurs João Pedro Rodrigues die Sprünge und Verbindungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft besonders maßgeblich. Stefan Lessmann, Doktorand an der Yale University, erklärt, inwiefern der portugiesische Spielfilm als...

44: Subjektive Materie. Stephanie Béreiziat-Lang über literarische Artikulationen des Ichs in der Vor- und Nachmoderne

44: Subjektive Materie. Stephanie Béreiziat-Lang über literarische Artikulationen des Ichs in der Vor- und Nachmoderne

17m 4s

Zum Subjektbegriff ist unter anderem in der poststrukturalistischen Theorie viel gesagt worden. Wie und in welcher Form aber lassen sich diese Ansätze auch auf literarische Texte der Vormoderne anwenden? Wie lassen sich Anachronismen umgehen und Synergien schaffen? Dr. Stephanie Béreiziat-Lang, post doc an der Universität Heidelberg, berichtet von der Arbeit des interdisziplinären DFG-Netzwerks ‚An den Rändern der Moderne. Konvergierende Subjektkonzeptionen zwischen Vor- und Nachmoderne‘, das sie leitet, sowie von ihrem Habilitationsprojekt ‚Körperbeschriftungen: Text und Körper in den iberischen Literaturen der Vormoderne‘ und erklärt, wie gerade die Materialität die Überlegungen zur Subjektivität bereichern könnte.

Interview: Teresa Hiergeist

43: Verrückte Ziegen. Gabriele Hassler über Autor:innenschaft als Performanz bei Gloria Fuertes und María Elena Walsh

43: Verrückte Ziegen. Gabriele Hassler über Autor:innenschaft als Performanz bei Gloria Fuertes und María Elena Walsh

30m 37s

Beschäftigt man sich in den Literaturwissenschaften mit Autor:innenschaft, so wird man häufig einer vereinfachten Textanalyse verdächtigt, bei der nur jene Aspekte berücksichtigt werden, die in Verbindung mit der Biographie der schreibenden Person in Verbindung gebracht werden können. Gabriele Hassler, prae doc an der Universität Innsbruck, erklärt uns, warum ein Miteinbeziehen der Autor:innenfigur – ganz im Gegenteil – zusätzliche neue Perspektiven eröffnen kann und gewährt uns Einblick in ihr Dissertationsprojekt über die spanische Autorin Gloria Fuertes und die argentinische Autorin María Elena Walsh.

Interview: Stefanie Mayer

42: (De-)Konstruktion des Nationalen. Verena Richter & Kurt Hahn über Literatur und nation building im 19. Jh.

42: (De-)Konstruktion des Nationalen. Verena Richter & Kurt Hahn über Literatur und nation building im 19. Jh.

29m 20s

Die Literaturen Hispanoamerikas im 19. Jahrhundert werden oftmals mit der Befreiung vom kolonialen Joch Spaniens und mit der Genese heute bekannter Staaten zusammengedacht. Texte, Geschichten oder theatrale Darstellungen tragen zu einem regional sehr unterschiedlich verlaufenden, stets aber umkämpften nation building bei. Sie können mithin als Gründungsfiktionen gedeutet werden, da sie imagined communities mitentwerfen, die den Entstehungs- und Konsolidierungsprozess von Nationen tragen. Doch ist das Verhältnis von literarischer Vorstellung, politischer Machtausübung und Herausbildung eines Gemeinwesens immer so klar aufeinander zu beziehen? Zeigen nicht etliche Fallbeispiele, welche Abgründe sich im Verhältnis von nation and narration zu Zeiten und in der Folge der...

41: Ihr gutes Recht. Marlen Bidwell-Steiner über die Kasuistik in der frühneuzeitlichen Literatur Spaniens

41: Ihr gutes Recht. Marlen Bidwell-Steiner über die Kasuistik in der frühneuzeitlichen Literatur Spaniens

28m 19s

Durch Faktoren wie die politische Zentralisierung, die Erschließung neuer Märkte und die Kolonialisierung steigt im Spanien des 16. Jahrhunderts die lebensweltliche Komplexität merklich an. Das ruft rege juristische, theologische und medizinische Debatten um das jeweils moralisch korrekte Verhalten auf den Plan. Marlen Bidwell-Steiner zeigt anhand der Episode von Dorotea und Fernando aus Miguel de Cervantes‘ Don Quijote, wie zentral diese Debatten im siglo de oro sind, welche Spuren sie auch in literarischen Texten hinterlassen und inwiefern sie als Katalysatoren der Herausbildung des modernen Romans wirken.

Interview: Teresa Hiergeist

40: Tierisch jung. Sophie Winklehner über die Darstellung von Jugend in Lucía Garibaldis Los Tiburones

40: Tierisch jung. Sophie Winklehner über die Darstellung von Jugend in Lucía Garibaldis Los Tiburones

20m 39s

‚Jugend‘ als eine zeitlich eingrenzbare Phase des Mensch-Seins ist ein modernes Konzept. Zahlreiche Stereotype und Klischees haften ihm seit seinem Aufkommen an. Sophie Winklehner, Studentin des Instituts für Romanistik Wien, untersucht eine davon: die Impuls- und Triebgesteuertheit der Jugend. Ihre Analyse des Films _Los Tiburones_ von Lucía Garibaldi (2019) erklärt uns, wie im Film durch diese Zuschreibungen, Jugend vom erwachsenen „vollwertigen Menschen“ abgegrenzt und mit dem Animalischen gleichgesetzt wird.

39: Suizidrisiko Landwirtschaft. Emilia Jugovic über Kapitalismuskritik in Au nom de la terre (2019)

39: Suizidrisiko Landwirtschaft. Emilia Jugovic über Kapitalismuskritik in Au nom de la terre (2019)

20m 52s

Das Thema ‚Landwirtschaft‘ ist im französischen Kino der vergangenen Jahre derart häufig aufgegriffen worden, dass sich bereits eine eigene Gattung etabliert hat: der cinéma agricole. Im Zentrum der Filme, die ihm zugerechnet werden, stehen vor allem die Probleme, mit denen Landwirt:innen angesichts von neoliberaler Marktlogik, Technologisierung und Agribashing in der heutigen Zeit zu kämpfen haben. Emilia Jugovic erklärt uns am Beispiel von Édouard Bergeons Au nom de la terre (2019), wie Landwirtschaftsfilme zu öffentlichen Debatten um Ökologie, Beziehungsgestaltung und Leistungsdenken beitragen.

Moderation: Teresa Hiergeist

38: Kulturelle Ermächtigung. Ingo Pohn-Lauggas über Gramsci, Literatur und die Subalternen

38: Kulturelle Ermächtigung. Ingo Pohn-Lauggas über Gramsci, Literatur und die Subalternen

31m 31s

Kulturelle Ermächtigung. Ingo Pohn-Lauggas über Gramsci, Literatur und die Subalternen
Für viele ist Antonio Gramsci ein bekannter Name, doch nur wenige können behaupten, sein gesamtes Werk zu überblicken. Ingo Pohn-Lauggas, Literatur- und Kulturwissenschaftler am Institut für Romanistik der Uni Wien und Vorstandsmitglied der International Gramsci Society, befasst sich seit langem mit dem politischen Philosophen und hat für sein letztes Buch auch einige seiner Frühschriften neu übersetzt. Er spricht mit uns über die Schwierigkeiten der Gramsci-Rezeption, gibt Einblick in die zentralen Begrifflichkeiten des Denkers und erklärt, warum die Beschäftigung mit Literatur für seine Theorie so wichtig ist.

Interview: Stefanie Mayer

37: Geburt einer Autorin? Stefanie Mayer über Binarität und Queerness bei Cristina Rivera Garza

37: Geburt einer Autorin? Stefanie Mayer über Binarität und Queerness bei Cristina Rivera Garza

21m 32s

Wer als Frau literarische Texte schreibt, setzt sich zwangsweise damit auseinander, was ein ‚Autor‘ ist und welche machstrukturellen Implikationen mit diesem Konzept verbunden sind. Gerade im Gegenwartsmexiko sind Debatten über die Verstrickungen zwischen Gender und Autor:innenschaft hochpräsent. In Podcasts, Websites, Zeitschriften, aber auch in der Literatur selbst, wird verhandelt, was es bedeutet Autorin zu sein. Stefanie Mayer, _prae doc_ an der Universität Wien, zeigt anhand von Cristina Rivera Garzas _La cresta de Ilión_ (2002) Möglichkeiten, wie die diskursiv konstruierten Vorstellungen von Autor:innenschaft zur Neuverhandlung gelangen kann.

Interview: Teresa Hiergeist

36: Stille Kontaminationen. Rike Bolte über globale Asbest-Literatur

36: Stille Kontaminationen. Rike Bolte über globale Asbest-Literatur

31m 28s

Asbest ist ein seit der Antike bekannter und im Mittelalter extrem mythologisierter mineralischer Stoff, dessen massenhafte Verwendung ab der industrialisierten Moderne eine globale Kontaminationsgeschichte auslöst. Rike Bolte untersucht im Kontext eines Projekts zu „Poetiken der Kontamination“ rezente Asbest-Texte von Autor:innen wie Léonce Lupette (Argentinien) und Julia Wong (Peru). Neben Roxana Crisólogo, Carlos Soto Román, María Paz Guerrero, Daniel Bencomo und anderen spanischsprachigen Dichter:innen, haben Lupette und Wong auf ein Call for poems reagiert, das im Zusammenhang einer Feldforschung in Buenos Aires stand. So wie Romanautor und Übersetzer Alberto Prunetti aus dem Epizentrum der europäischen Asbest-Katastrophe Italien bereits 2015 eine Rayuela...